Kinderhilfsorganisationen

Die malischen Schülerinnen und Schüler freuen sich, in die Schule gehen zu können.

Was macht eine Hilfsorganisation für Kinder?

Kinderhilfsorganisationen unterstützen weltweit, besonders aber in Ländern des Globalen Südens (früher Entwicklungsländer), dabei grundlegende Bedürfnisse von Kindern durch Hifsprogramme sicherzustellen. Hierzu verteilen sie Nahrung, sauberes Trinkwasser und Impfstoffe oder realisieren Infrastrukturprojekte, um Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen.

Außerdem fördern viele Kinderhilfsorganisationen kapazitätsbildende Maßnahmen wie Patenschaften oder Workshops zu relevanten Themen, wie Aufklärung, Ernährung oder den Rechten von Kindern. Kinderhilfsorganisationen haben ihre Schwerpunkte in unterschiedlichen Themengebieten und Projektländern. So beschäftigen sich einige Organisationen z.B. mit Hilfsprogrammen für Kindersoldaten oder Straßenkinder oder andere Themen wie die Ernährung von Kindern, Kinderarmut oder Kinderrechte.

Welche Kinderhilfsorganisationen gibt es?

Große internationale Kinderhilfsorganisationen sind z.B. Save the Children, Plan International, World Vision, Unicef, terre des hommes. Zusätzlich gibt es noch viele kleinere Organisationen, welche sich für das Wohl von Kindern einsetzen, wie zum Beispiel das Kinderhilfswerk Eine Welt e.V. (KHW).

Wie finanzieren sich Kinderhilfsorganisationen?

Finanziert werden die Kinderhilfsorganisationen durch Spenden von Einzelpersonen, Unternehmen, öffentlichen Gebern oder durch Spenden für Patenschaften. Die Organisationen können in verschiedenen Rechtsformen auftreten. So handelt es sich bei Save the Children um eine Kapitalgesellschaft, beim Kinderhilfswerk World Vision um einen eingetragenen Verein und bei Plan International um einen internationalen Verbund.

Kinder aus Farakala/Mali, wo vom Kinderhilfswerk Eine Welt e.V. gerade ein neues Gesundheitszentrum gebaut und Workshops umgesetzt wurden.

Kinder aus Farakala/Mali, wo vom Kinderhilfswerk Eine Welt e.V. gerade ein neues Gesundheitszentrum gebaut und Workshops umgesetzt wurden.

Welche Kinderhilfsorganisation ist seriös?

Ein Spendensiegel ist ein Siegel welches Hilfsorganisationen für den vertrauensvollen Umgang mit Spenden verliehen wird. In Deutschland und der Europäischen Union gibt es kein allgemeines Spendensiegel, sondern nur Siegel von nichtstaatlichen Organisationen.

Bei dem DZI Spenden-Siegel handelt es sich um ein Gütesiegel, welches belegt, dass Organisationen mit den Spendengeldern verantwortungsvoll umgehen. Das KHW trägt das DZI Siegel seit 1992. Dieses Siegel tragen in Deutschland nur 230 von etwa 1000 Organisationen. Das KHW hat seit Jahren eine Kostenquote von 15%, welche den Verwaltungs- und Informationsaufwand beinhalten. Ausgaben für die Verwaltung von Projekten und der Projektkoordination sind notwendig, damit Spenden in den Projektländern an den richtigen Stellen ankommen. Das KHW verzichtet jedoch komplett auf Ausgaben für Werbematerialien, wie z.B. Sticker und Werbung. Newsletter. Nur Spendenquittungen und Informationsbriefe werden noch per Post verschickt. Wo es möglich ist, stellen wir auf den elektronischem Weg um.

Neben dem DZI Spenden-Siegel gibt es noch das Phineo-Wirkt!-Siegel, welches die Wirksamkeit von Projekten nichtstaatlicher Organisationen beurteilt. Außerdem gibt es Initiativen, wie die Transparente Zivilgesellschaft, welcher Organisationen beitreten können. Durch den Beitritt verpflichten sich die Organisationen Informationen transparent darzustellen und eine Selbstverpflichtung abzuschließen. Auch das KHW ist Mitglied der Transparenten Zivilgesellschaft.

Wie jeder Kindern helfen kann

Durch eine Spende können Sie Kinderhilfsorganisationen dabei unterstützen, weltweit Projekte für Kinder und Jugendliche zu realisieren. Wofür Sie spenden sollten Sie sich immer genau überlegen, um mit der Entscheidung im Nachhinein auch zufrieden zu sein. Informieren Sie sich hierfür auch auf den Webseiten der Organisationen über Themen, die Sie besonders interessieren. Spenden können verschiedene Formen haben:

Dauerhafte (nachhaltige) Spenden reduzieren die Verwaltungskosten, da man besser mit dem Geld planen kann und Projekte so langfristig realisieren kann.

Ist die Form der Spende gewählt kann es sich um eine zweckgebundene Spende, also eine Spende für ein spezielles Projekt oder eine freie/zweckungebundene Spende handeln. Zweckungebundene Spenden haben den Vorteil, dass das Geld dort eingesetzt werden kann, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Lesen Sie zusätzlich auch die 7 Spendentipps des DZIs unter:

Spendentipps herunterladen

In welchen Bereichen hilft das KHW?

Seit 1975 unterstützt das KHW Kinder und Jugendliche in Afrika, Asien und Südamerika. Der Schwerpunkt des Kinderhilfswerks liegt besonders auf Bildungs- und Gesundheitsprojekten in Mali, Ruanda und Nepal. Es unterstützt den Bau von Schulgebäuden sowie den Bau von Brunnen, die Installation von Solaranlagen und den Bau von Gesundheitszentren. Durch den Bau von Schulgebäuden und Gesundheitszentren in ablegenden Regionen haben Kinder, Jugendliche und die Bewohner*innen der Gemeinden die Möglichkeit Bildung und medizinische Versorgung in der Nähe ihres Wohnortes zu erhalten und sind daher nicht gezwungen abzuwandern. Begleitet werden diese Projekte durch kapazitätsbildende Maßnahmen, wie Workshops, welche die Nachhaltigkeit der Projekte sichern und die Projekte langfristig unabhängig von Spenden machen. Die Workshops umfassen Themen zu verschiedenen Gesundheitsaspekten, wie traditionelle Praktiken und Aufklärung, zu Bildung oder der Wartung eines Brunnens.

Das KHW legt bei der Durchführung von Projekten viel Wert auf die lokale Wertschöpfungskette. So werden z.B. Schulbänke von lokalen Tischlern gebaut und Schulmaterial im Land selbst gekauft. Nur bei der medizinischen Ausstattung wird zum Teil auf ausländische Produkte zurückgegriffen. Umgesetzt werden die Projekte des KHW von den Projektpartnern in den jeweiligen Ländern, die fast alles lokale Organisationen, wie CAEB in Mali oder Shanti Griha in Nepal, sind. Hierdurch werden Arbeitsplätze geschaffen, die Zusammenarbeit wird gestärkt und langfristig, zusammen mit den Bewohner*innen, Hilfe zur Selbsthilfe geschaffen.

Neben den Infrastrukturprojekten in Mali, Ruanda und Nepal unterstützt das KHW auch Betreuungsprojekte in Argentinien und Ecuador.

Wie hilft das KHW in Mali?

In Mali leiden viele Menschen unter einer schlechten Schulbildung und einer unzureichenden medizinischen Versorgung. Viele Kinder in Mali werden nicht eingeschult, da es keinen Zugang zu Schulen gibt, die Eltern nicht die finanziellen Möglichkeiten haben oder den Eltern das Bewusstsein für Bildung fehlt. Wenn es Schulen gibt sind diese oft überfüllt und unzureichend ausgestattet. Viele Kinder und Jugendlichen in Mali gehen nicht zur Schule. Besonders Mädchen sind hiervon betroffen, da sie im Haushalt mithelfen müssen oder früh verheiratet werden. Das KHW hat in Mali seit 1992 über 33 Schulen gebaut oder erweitert. Zusätzlich gibt es zu jedem Schulprojekt kapazitätsbildende Maßnahmen.

Auch eine ausreichende medizinische Versorgung ist in vielen Regionen Malis nicht gegeben. Viele Menschen müssen hierfür eine erhebliche Distanz zurücklegen. Es gibt keine Entbindungsstationen und auch keine Mutter-Kind-Versorgung nach der Geburt. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, Neugeborene gegen Krankheiten wie Polio oder Meningitis zu impfen. Viele Kinder sterben an Krankheiten, die leicht behandelbar sind einzig und allein, weil keine medizinische Versorgung erreichbar ist. Das KHW hat in Mali seit 1982 22 Gesundheitszentren gebaut, welche den Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung und Beratung zu speziellen Themen, wie traditionelle Praktiken oder Aufklärung bieten. Ein Groteil aller Mädchen sind in Mali beschnitten und es gibt kein Gesetz, welches dieses verbietet, wie in den Nachbarländern Senegal oder Burkina Faso.

Kinder und medizinisches Personal in unserem Gesundheitszentrum in Farakala/Mali.

Kinder und medizinisches Personal in unserem Gesundheitszentrum in Farakala/Mali.

Möchten Sie uns unterstützen und Kindern Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ermöglichen? Durch unsere Arbeit kann das Schicksal einer ganzen Generation verändert werden – aber es braucht Zeit, Geduld und Geld, um das zu erreichen! Vielen Dank, dass Sie dieses Projekt durch Ihre Spende möglich machen.

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Portrait von Kara Eggers

Autorin des Artikels:

Kara Eggers

Vorständin & Öffentlichkeitsarbeit

Kara Eggers hat einen Abschluss in Erziehungs- und Bildungswissenschaften (Schwerpunkt: Sozialpädagogik) und arbeitet zurzeit in einer Kindertagesstätte. Von Oktober 2018-Juni 2021 unterstützte sie das Kinderhilfswerk Eine Welt als Werkstudentin in den Bereichen Projektmanagement und Social Media. Ihre Masterarbeit im Fach Internationale Menschenrechte hat sie über das Recht von Kindern auf Gesundheit in Krisengebieten geschrieben und sich hierbei intensiv mit der UN-Kinderrechtskonvention beschäftigt.

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