27.08.2026
Eine gewaltige Flutwelle hat im Norden Nepals eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Häuser wurden fortgerissen, Straßen und Brücken zerstört, zahlreiche Menschen haben ihr Leben verloren oder werden noch vermisst. Für viele Familien ist innerhalb weniger Augenblicke die Grundlage ihres bisherigen Lebens weggebrochen.
Ausgelöst wurde die Katastrophe am 26. August vermutlich durch eine Eis- und Felslawine im Himalaya. Gewaltige Mengen aus Wasser, Schlamm und Geröll rasten durch die Täler und trafen mehrere Ortschaften mit enormer Wucht. Das ganze Ausmaß ist noch nicht absehbar, die Bergungsarbeiten dauern an.
Für das Kinderhilfswerk Eine Welt e.V. ist Nepal seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Schwerpunktland. Bereits seit 2004 arbeiten wir dort eng mit unserer nepalesischen Partnerorganisation Shanti Griha zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit sind über die Jahre nicht nur zahlreiche Projekte entstanden, sondern auch belastbare Strukturen, persönliche Kontakte und ein tiefes Verständnis für die Gegebenheiten im Land.
Wie wichtig solche gewachsenen Partnerschaften nach einer Katastrophe sind, haben wir bereits 2015 erlebt. Nach dem schweren Erdbeben haben wir den Wiederaufbau in Nepal begleitet. Dabei ging es nicht allein darum, Zerstörtes zu ersetzen. Gemeinsam mit den Gemeinden wurden neue Perspektiven geschaffen: durch sichere Infrastruktur, Bildungsangebote, Workshops und gezielte Kapazitätsbildung. Die Menschen wurden von Beginn an einbezogen und darin gestärkt, Verantwortung für die weitere Entwicklung ihrer Dörfer zu übernehmen.
Aus dieser Erfahrung wissen wir auch: Eine Katastrophe endet nicht, wenn die Bilder aus den Nachrichten verschwinden.
Auf den ersten Schock und die unmittelbare Versorgung folgt eine oft jahrelange Aufgabe. Gebäude müssen wiedererrichtet, Lebensgrundlagen neu geschaffen und soziale Strukturen stabilisiert werden. Gleichzeitig müssen Familien den Verlust von Angehörigen, Sicherheit und vertrauter Umgebung bewältigen.
Unsere Partner kennen die örtlichen Strukturen und sind im Land hervorragend vernetzt. Gemeinsam können wir einschätzen, wo Mittel sinnvoll eingesetzt werden und welche Maßnahmen tatsächlich gebraucht werden.
Deshalb haben wir kurzfristig eine Spendenaktion für Nepal gestartet. Die eingehenden Mittel sollen dort eingesetzt werden, wo sie für die betroffenen Gemeinden den größten Unterschied machen können – zunächst angesichts der unmittelbaren Folgen der Katastrophe und anschließend mit dem Blick auf einen nachhaltigen Wiederaufbau.
Wir wollen dazu beitragen, dass aus der Zerstörung wieder Zukunft entstehen kann.
Quellen
Welt, Zahl der Vermissten im Himalaja steigt auf mehr als 1300 – China warnt vor weiteren Fluten
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